Viele klassische Beschichtungen nutzen Lösungsmittel, die schnell verdunsten und dadurch in die Raumluft gelangen. Dieser Prozess heißt Ausgasung. Die Intensität hängt von Rezeptur, Temperatur, Luftfeuchte und Belüftung ab. Moderne, VOC-arme Farben setzen auf Wasserbasis, optimierte Bindemittel und Additive, die emissionsärmer reagieren. So entsteht weniger Geruch und das Raumklima stabilisiert sich schneller. Wichtig: geringere Emissionen bedeuten nicht automatisch geringere Qualität, denn zeitgemäße Rezepturen liefern robuste, gut deckende und pflegeleichte Oberflächen.
Nicht nur Wandfarben emittieren VOC. Dichtstoffe, Grundierungen, Tönpasten, Kleber, Reinigungsmittel und manche Möbel tragen ebenfalls bei. Einzelne Quellen mögen gering erscheinen, doch die Summe entscheidet über das Wohlbefinden. Wer Einkauf, Projektplanung und Lüftung zusammen denkt, erlebt spürbar frischere Räume. Beobachten Sie Reaktionen in der Familie: tränende Augen, Kopfdruck oder ein kratziger Hals sind Hinweise, die ernst genommen werden sollten. Mit überlegten Materialentscheidungen sinkt die Gesamtexposition zuverlässig und nachhaltig.
Verschiedene Richtlinien begrenzen VOC-Gehalte und Emissionen. In Europa geben Produktkategorien Obergrenzen vor, während Umweltzeichen zusätzliche Sicherheit schaffen. Vertrauenswürdige Orientierung bieten unter anderem Blauer Engel, EU Ecolabel, Greenguard Gold und Emicode EC1 Plus für Kleb- und Dichtstoffe. Sie prüfen Emissionen über definierte Zeiträume und berücksichtigen relevante Substanzen. Ein pragmatischer Ansatz: auf klare Prüfberichte achten, realistische Anwendungsszenarien bedenken und Produkte bevorzugen, die sowohl formal als auch praktisch gute Erfahrungswerte zeigen.